Der Markt für Echtzeit-Rendering und ArchViz im Planungsumfeld entwickelt sich spürbar weiter: Anbieter koppeln Visualisierung enger an Entwurf, Koordination und Analyse – und verankern KI-Funktionen zunehmend direkt im Tool-Workflow. Drei aktuelle Bausteine zeigen die Richtung: D5 Render 3.0 (mit „All-in-One Workflow“ und generativen KI-Modulen), Enscape 4.1 (mit Performance-Add-on „Impact“ und Chaos-Cloud-Ökosystem) sowie Twinmotion 2025.2 (mit Camera-Sync und Virtual-Camera-Anbindung).
D5 Render 3.0: „All-in-One“ plus generative KI als Produktstrategie
Mit D5 Render 3.0 kommuniziert Dimension 5 nicht nur neue Features, sondern ein Plattform-Narrativ: ein durchgängiger Prozess „von Konzept bis Final Render“. Offiziell hervorgehoben werden hyperrealistische Umweltsysteme (u. a. ein neu aufgebautes Ocean-System mit automatischer Küstenerkennung) und generative KI-Werkzeuge.
Fachmedien ordnen das Release als deutlichen Ausbau „agentischer“ Funktionen ein – etwa Scene Match (Look/Atmosphäre per natürlicher Sprache) und KI-gestützte Asset-Empfehlungen; zusätzlich wird Image-to-3D sowie experimenteller Import von Gaussian Splats als Erweiterung des Tool-Spektrums beschrieben. Für frühe Entwurfsphasen zielt D5 Lite auf eine niedrigere Einstiegshürde – als direkt in SketchUp integrierte Lösung, teils auch mit Cloud-basierter AI-Bildgenerierung aus Viewport-Screenshots (laut Berichterstattung).
Relevanz für Büros: D5 setzt klar auf den „Design-Loop“: schneller Variantenvergleich, Material-/Atmosphärenabgleich und Visual-Entscheidungen schon im frühen Stadium – statt Visualisierung erst am Ende der Pipeline.
Enscape 4.1: Visualisierung + Performance-Einblicke – und stärkere Cloud-Bindung
Chaos positioniert Enscape 4.1 als Schritt hin zu „Design with Purpose“: zentral ist das Add-on Enscape Impact (Beta), das Building-Performance-Einblicke in Echtzeit in den Visualisierungsprozess integrieren soll.
Parallel stärkt Chaos das eigene Ökosystem: Der Help-Center-Hinweis zur Abschaltung von my.enscape3d.com betont Migration in Chaos Cloud Collaboration (inkl. wieder funktionierender Tours/Galleries nach Migration) und nennt als Mehrwert u. a. 3D-Streaming, Versioning und „AI Image Enhancer“ im neuen System.
Relevanz für Büros: Enscape koppelt Visualisierung stärker an Nachhaltigkeits-/Performance-Argumentation und an Cloud-Sharing/Collaboration. Das ist funktional attraktiv – verlangt aber organisatorisch saubere Regeln zu Datenhaltung, Link-Governance und Lizenzmodellen.
Twinmotion 2025.2: Kamera-Synchronisierung und VCam – Fokus auf Review & Präsentation
Epic erweitert Twinmotion 2025.2 u. a. um Camera Synchronization: Viewports und gespeicherte Kameras aus DCC/BIM-Quellen können per Datasmith/Direct Link mit Twinmotion-Kameras abgeglichen werden (mit klar benannten Limitierungen je Host-Software).
Hinzu kommt Virtual Camera (VCam) via Unreal-VCam-App (iOS/Android), um Kamera-Bewegungen/Settings im Szenenraum „handheld“ zu steuern; außerdem werden Werkzeuge wie Static Motion Blur als schnelle Visual-Ergänzung dokumentiert.
Relevanz für Büros: Twinmotion adressiert vorrangig Präsentations- und Review-Workflows (Kameraführung, konsistente Blickpunkte, schnelle Effekte) – weniger „KI-native“ Generierung, dafür Prozess-Beschleunigung im Abstimmungsalltag.