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In England wird über „BIM 3.0“ diskutiert – und Deutschland sollte genau hinsehen
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In England wird derzeit unter dem Schlagwort „BIM 3.0“ eine nächste Entwicklungsstufe der digitalen Planung diskutiert. Ausgangspunkt ist ein aktueller Beitrag eines britischen Fachmediums aus London, in dem KI-gestützte und solverbasierte Systeme als mögliche Treiber einer neuen BIM-Phase beschrieben werden. Gemeint ist damit weniger ein offizieller Normbegriff als vielmehr ein neues Zielbild: weg von der rein manuellen Modellproduktion, hin zu stärker automatisierten, daten- und logikbasierten Prozessen.
Im Kern steht die These, dass sich die Rolle von BIM verschiebt. Künftig könnte nicht mehr das manuelle Erstellen und Pflegen von Geometrie im Mittelpunkt stehen, sondern die Frage, welche Informationen in welcher Qualität vorliegen und wie daraus automatisiert Modelle, Dokumente, Varianten oder Entscheidungen abgeleitet werden. Genau diese Richtung beschreibt der britische Fachbeitrag: KI soll große Teile repetitiver Modellierungs- und Dokumentationsarbeit übernehmen und damit klassische BIM-Abläufe grundlegend verändern.
Für Deutschland ist diese Debatte hochrelevant. Denn auch hier wird BIM längst nicht mehr nur als 3D-Methode verstanden, sondern als strukturiertes Informationsmanagement über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks. BIM Deutschland verweist ausdrücklich auf die DIN EN ISO 19650 und beschreibt die Common Data Environment (CDE) als zentrale Quelle „vertrauenswürdiger Informationen“. Damit ist bereits heute ein Rahmen vorhanden, in dem KI-gestützte Prozesse überhaupt sinnvoll greifen können: nämlich dort, wo Daten sauber strukturiert, versioniert, geprüft und übergeben werden.
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